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Lagebericht

Forschung und Entwicklung

Bayer HealthCare Bayer Technology Services
Bayer CropScience Bayer Innovation
Bayer MaterialScience Triple-i: Inspirationen, Ideen, Innovationen
Unser Leitbild „Bayer: Science For A Better Life“ unterstreicht die Überzeugung des Bayer-Konzerns: Innovationen werden wichtige Beiträge leisten zur Lösung der Herausforderungen, die sich unserer Gesellschaft stellen. Damit sind Innovationen wesentliche Treiber für zukünftiges Wachstum unseres forschenden Unternehmens. Bayer verfügt über die notwendigen Ressourcen, um durch Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten weitere Zukunftschancen zu verwirklichen. Im Jahr 2008 wurden 2.653 MIO € (Vorjahr: 2.578 MIO €) für Forschung und Entwicklung aufgewendet. Eine besondere Bedeutung hat die Entwicklung von neuen, das Kerngeschäft stärkenden Produkten. Um unsere Wachstumsziele zu ermöglichen, arbeiten wir an einer stetigen Erweiterung unseres Produktportfolios und an einer Optimierung unserer Produktionspro-zesse. Unsere Forschungsaktivitäten orientieren sich eng an den Bedürfnissen unserer Märkte. Diese eigenen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten werden durch ein internationales Netzwerk, bestehend aus führenden Hochschulen, öffentlichen Forschungseinrichtungen und Partnerfirmen, ergänzt. Wir wollen somit durch Bündelung von Know-how neue Geschäftsideen zügig in Produkterfolge umsetzen. Die gezielte Förderung von Talenten und Experten in unseren Forschungs- und Entwicklungsbereichen ist eine weitere Maßnahme zur Unterstützung unserer Aktivitäten.
Forschungs- und Entwicklungskosten nach Teilkonzernen

Bayer HealthCare

In die Forschung und Entwicklung der beiden Segmente Pharma und Consumer Health haben wir im Jahr 2008 1.742 MIO € (Vorjahr: 1.700 MIO €) investiert, um das Fundament für weitere innovative Produkte in den wachsenden Märkten des Gesundheitsbereichs zu legen. Dies entspricht rund 66 % der gesamten Forschungsaufwendungen des Konzerns und einer Forschungskostenquote von 11,3 %.
Die strategische Ausrichtung von Forschung und Entwicklung ist an die Rahmenbedingungen in den Märkten des Pharma-Segments angepasst. Bei der Wirkstofffindung konzentrieren wir uns auf die vier Wachstumsbereiche Diagnostische Bildgebung, Kardiologie, Onkologie und Women’s Healthcare. Die Forschungsaktivitäten und -kapazitäten sind an den drei Standorten Berlin und Wuppertal (Deutschland) sowie Berkeley (USA) gebündelt. An den Standorten Berlin und Wuppertal konzentrieren wir uns auf die Identifizierung von molekularen Zielstrukturen, um Leitsubstanzen zu entwickeln und zu optimieren. Untersuchungen zum Arzneimittelstoffwechsel und zur Pharmakokinetik, Toxikologie und klinischen Pharmakologie werden hier außerdem unternommen. Berkeley ist ein wichtiges globales Forschungs- und Entwicklungszentrum für die proteinbasierte biologische Wirkstoffforschung und für die biotechnologische Herstellung von infoKogenate®. Zur Entwicklung neuer Wirkstoffe für Erkrankungen mit hohem medizinischen Bedarf haben wir im Verlauf des Jahres 2008 mit mehreren Arzneimittelkandidaten aus unserer Forschungs- und Entwicklungspipeline klinische Studien durchgeführt. Wir haben zudem für einige dieser Arzneimittelkandidaten nach Abschluss aller notwendigen Studien Anträge auf Zulassung bzw. auf die Erweiterung der bestehenden Zulassung bei einer oder mehreren Zulassungsbehörden gestellt. Die wichtigsten noch im Zulassungsprozess befindlichen Arzneimittelkandidaten sind:
  

Xarelto®

USA, Prävention von venösen Thromboembolien nach großen orthopädischen Operationen

Recothrom®

EU, zur Blutstillung in der Chirurgie

Visanne®

EU, zur Behandlung der Endometriose

In der nachfolgenden Tabelle sind unsere wichtigsten Arzneimittelkandidaten der klinischen Prüfungsphasen III und II dargestellt:

Forschungs- und Entwicklungsprojekte (Phase III und II)

 

Indikation

Status

Alemtuzumab

Multiple Sklerose

Phase III

Angeliq® low-low

Menopause Management

Phase III

Aspirin® i.v.

Akutes koronares Syndrom

Phase III

Bonefos®

Prävention von Knochenmetastasen bei
Brustkrebs

Phase III

Gadovist®

Magnetresonanz-Tomographie

Phase III

LCS (Levonorgestrel Contraceptive System)

Intrauterine Empfängnisverhütung

Phase III

Levitra®

Neue galenische Formulierung

Phase III

Mirena®

Starke Menstruationsblutungen (USA)

Phase III

Nexavar®

Melanome

Phase III

Nexavar®

Nicht kleinzelliger Lungenkrebs

Phase III

Qlaira® (E2/DNG)

Zusatzindikation dysfunktionelle uterine
Blutungen

Phase III

Riociguat (sGC Stimulator)

Pulmonale Hypertension (PAH, CTEPH)

Phase III

Rivaroxaban/Xarelto®

Thromboseprophylaxe bei immobilisierten
Patienten aufgrund medizinischer Indikationen

Phase III

Rivaroxaban/Xarelto®

Behandlung von venösen Thromboembolien

Phase III

Rivaroxaban/Xarelto®

Schlaganfall-Prophylaxe bei Vorhofflimmern

Phase III

Rivaroxaban/Xarelto®

Sekundärprophylaxe des akuten koronaren
Syndroms / Herzinfarkt

Phase III

VEGF Trap-Eye

Altersabhängige Makula-Degeneration

Phase III

YAZ® plus, Yasmin® Plus

Orale Empfängnisverhütung, kombiniertes
Kontrazeptivum mit Folat

Phase III

YAZ®

Dysmenorrhoe (Japan)

Phase III

YAZ® Flex

Orale Empfängnisverhütung

Phase III

Adenosine A1 Agonist

Vorhofflimmern

Phase II

Amikacin Inhale

Lungeninfektion

Phase II

BAY 60-4552 (sGC Stimulator)

Herzinsuffitienz

Phase II

BAY 94-9172 (AV1/ZK)

Alzheimer-PET-Diagnostik

Phase II

Cinaciguat (sGC Aktivator)

Akute Herzinsuffizienz

Phase II

Ciprofloxacin Inhale

Lungeninfektion

Phase II

DAST Inhibitor

Krebs

Phase II

E2/DRSP

Orale Empfängnisverhütung

Phase II

Erß Agonist

Menopause Management

Phase II

FC Patch low

Empfängnisverhütung

Phase II

Kogenate®

Hämophilie (Liposomentechnologie-basierte
Formulierung)

Phase II

Kombinierte orale Kontrazeptiva/DHEA

Orale Empfängnisverhütung

Phase II

Lonaprisan (ZK-PRA)

Brustkrebs

Phase II

Nexavar®

Brustkrebs

Phase II

Nexavar®

Dickdarmkrebs

Phase II

Nexavar®

Eierstockkrebs

Phase II

Nexavar®

Weitere Indikationen

Phase II

Riociguat (sGC Stimulator)

Pulmonale Hypertension (COPD/ILD)

Phase II

Sagopilone (ZK-EPO)

Lungen-/Eierstock-/Prostatakrebs

Phase II

Valette® plus

Orale Empfängnisverhütung, kombiniertes
Kontrazeptivum mit Folat

Phase II

Vardenafil

Neue Indikationen

Phase II

VEGF Trap-Eye

Diabetisches Makula-Ödem

Phase II

PAH = pulmonale arterielle Hypertension; CTEPH = chronisch thromboembolische pulmonale Hypertension

COPD = chronisch obstruktive Lungenerkrankung; ILD = interstitielle Lungenerkrankung
Das Wesen der Arzneimittelforschung und -entwicklung bedingt, dass nicht alle Wirkstoffe das jeweils festgelegte Projektziel erreichen werden.
Es besteht die Möglichkeit, dass einige oder alle der hier aufgeführten Projekte aufgrund wissenschaftlicher und/oder wirtschaftlicher Erwägungen abgebrochen werden und somit nicht zu einem marktfähigen Produkt führen. Zudem ist es möglich, dass die für diese Wirkstoffe erforderliche Zulassung als Arzneimittel durch die FDA (Food and Drug Administration), die European Medicines Agency (EMEA) oder eine andere Zulassungsbehörde nicht erteilt wird.

Wir überprüfen unsere Forschungs- und Entwicklungspipeline regelmäßig, um die aussichtsreichsten Pharma-Projekte mit Priorität voranzutreiben. Zu unseren wichtigsten Entwicklungskandidaten zählt unter anderem unser innovatives Krebsmedikament infoNexavar®, das zusammen mit Onyx Pharmaceuticals, Inc., USA, entwickelt wurde. Nexavar® greift sowohl die Krebszellen als auch das Gefäßsystem des Tumors an. In präklinischen Modellen beeinflusste Nexavar® zwei Kinase-Klassen, die am Zellwachstum und an der Angiogenese (Blutversorgung) mitwirken. Dies sind zwei wichtige Prozesse, die ein Krebswachstum ermöglichen. Der vielversprechende Wirkstoff, an dem wir noch weiter forschen, wird derzeit in den Indikationen des fortgeschrittenen Nierenzellkarzinoms und des Leberzellkarzinoms vermarktet. Die Zulassung für die Behandlung des Nierenzellkarzinoms in Japan erfolgte im Januar 2008 und für die Behandlung des Leberzellkarzinoms in China im Juli 2008. Die Untersuchungen zum Einsatz bei anderen Tumorarten befinden sich derzeit in unterschiedlichen Phasen der klinischen Entwicklung.
Unser neuartiger Gerinnungshemmer infoXarelto®, ein als Tablette einzunehmender direkter Faktor-Xa-Inhibitor, erhielt seit September 2008 in Kanada, Europa sowie einigen weiteren Ländern die ersten Zulassungen zur Prävention von venösen Thromboembolien nach elektiven (geplanten) Hüft- und Kniegelenk-Ersatz-Operationen. Aufgrund des umfangreichen klinischen Studienprogramms ist der Wirkstoff der zurzeit am intensivsten untersuchte orale, direkte Faktor-Xa-Inhibitor weltweit. Insgesamt sollen mehr als 60.000 Patienten an dem Entwicklungsprogramm teilnehmen, in dem Xarelto® für die Thromboseprophylaxe und -therapie in einem breiten Spektrum von Indikationen geprüft wird. Dazu gehören die Therapie von venösen Thromboembolien (VTE), die Schlaganfallprophylaxe bei Patienten mit Vorhofflimmern, die Vorbeugung von VTE bei stationär behandelten Patienten mit internistischen Erkrankungen und die Sekundärprophylaxe nach akutem Koronarsyndrom (Herzinfarkt). Im Dezember 2008 wurde die Phase-III-Studie zur Sekundärprophylaxe des akuten Koronarsyndroms initiiert.
Das aus unserer Drospirenon-Produktfamilie stammende niedrig dosierte orale Kontrazeptivum infoYAZ® mit seinem innovativen patentgeschützten 24/4-Tage-Einnahmeschema kann in drei verschiedenen Indikationen eingesetzt werden: zur Verhütung, zur Behandlung von mittelstark ausgeprägter Akne sowie auch zur Therapie von emotionalen und körperlichen Symptomen der prämenstruellen Dysphorie (PMDD). Das Präparat ist in allen drei Indikationen bereits in den USA, in wichtigen Ländern der Region Asien/Pazifik und in Lateinamerika zugelassen. In Europa erfolgte die Markteinführung in der Indikation orale Kontrazeption im September 2008.
Im Bereich der biologischen Produkte konzentrieren wir uns auf die Stärkung sowie den Ausbau unseres rekombinanten Blutgerinnungsfaktors viii, Kogenate®. Ein wichtiges Projekt ist dabei die Entwicklung einer neuen Darreichungsform, basierend auf einer zum Patent angemeldeten pegylierten Liposomen-Technologie.
Aufgrund vielversprechender Phase-II-Ergebnisse mit infoRiociguat (sGC Stimulator) haben wir im Dezember 2008 ein Phase-III-Programm gestartet. Riociguat ist das erste Präparat einer neuen Klasse von gefäßerweiternden Substanzen – den Stimulatoren der löslichen Guanylatcyclase (sGC). Der als Tablette einzunehmende Wirkstoff wird derzeit als neuer Therapieansatz bei ver-schiedenen Formen des Lungenhochdrucks untersucht.
Zudem ergänzen wir unser Produkt-Portfolio aus eigener Forschung und Entwicklung durch Einlizenzierungen auf globaler, regionaler und nationaler Ebene. Der humanisierte monoklonale Antikörper infoAlemtuzumab wird nach erfolgreicher Prüfung in der klinischen Phase II derzeit in zwei globalen Phase-III-Studien in der Indikation Multiple Sklerose (MS) getestet. Dieser neuartige Ansatz zur Therapie der Autoimmunerkrankung ms wird in Kooperation mit der Firma Genzyme, Corp. entwickelt.
Für unser gemeinsames Entwicklungsprojekt infoVEGF Trap-Eye mit Regeneron Pharmaceuticals, Inc. ist inzwischen die Phase-III-Studie in der Indikation bei altersabhängiger Makula-Degeneration (feuchte AMD) begonnen worden. Im Dezember 2008 wurde darüber hinaus eine Phase-II-Studie bei Patienten mit diabetischem Makulaödem von unserem Entwicklungspartner gestartet. VEGF (Vascular Endothelial Growth Factor) ist ein natürlicher Wachstumsfaktor, der die Bildung neuer Blutgefäße (Angiogenese) anregt und beim Wachstum von Gewebe und Organen natürlich gebildet wird. VEGF Trap-Eye blockiert diese Wachstumsfaktoren spezifisch und mit hoher Wirksamkeit. Durch die Hemmung von VEGF werden die abnorme Bildung neuer Blutgefäße und der Austritt von Flüssigkeit verhindert, was für die Behandlung von Patienten mit feuchter amd eine wichtige Rolle spielt. Das Präparat wird lokal ins Auge appliziert. Nach erfolgter Zulassung wird Bayer das Präparat außerhalb der USA vermarkten. In den USA hält Regeneron die alleinigen Rechte an VEGF Trap-Eye.
Zudem haben wir die Vermarktungsrechte außerhalb der USA für das rekombinante humane Thrombin (rhThrombin) von ZymoGenetics, Inc., USA, erworben. In den USA wurde das Produkt von der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA im Januar 2008 zugelassen. Es wird unter dem Namen Recothrom® zur Blutungskontrolle bei Operationen zunächst für drei Jahre von beiden Unternehmen im Rahmen einer Co-Promotion-Vereinbarung gemeinsam vertrieben werden. Bayer hat für rhThrombin im August 2008 den Antrag zur Zulassung in Europa eingereicht.
Weiterhin wurde im Jahr 2007 eine Partnerschaft mit Nektar Therapeutics, Inc., USA, zur Entwicklung und Vermarktung einer inhalativen Darreichungsform des Antibiotikums Amikacin begonnen. Diese innovative Therapie basiert auf einer neuartigen Inhalationstechnologie zur Behandlung von Lungenentzündungen intubierter und künstlich beatmeter Patienten. Das Projekt befindet sich zurzeit in Phase II der klinischen Entwicklung und zeigt vielversprechende Ergebnisse.
Um unsere Aktivitäten auf dem Gebiet von biologisch-pharmazeutischen Wirkstoffen weiter zu verstärken, haben wir das auf Protein Engineering spezialisierte Biotech-Unternehmen Direvo Biotech AG, Deutschland, erworben. Zusätzlich wurden im Juli 2008 das Hämophilieportfolio und die Nutzungsrechte an einer neuartigen, biotechnologischen Forschungsplattform, der Molecular-Breeding-Technologie, von Maxygen, Inc., USA, gekauft. Damit streben wir einen Ausbau unserer starken Marktposition in der Versorgung von Hämophiliepatienten an.
Um das Spektrum möglicher Anwendungsbereiche von bereits vermarkteten Produkten zu erweitern, investieren wir in ein kontinuierliches Lebenszyklus-Management. Wir wollen so neue Indikationen identifizieren und verbesserte Darreichungsformen entwickeln.
In unserem Segment Consumer Health richten sich die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten der Division Consumer Care in den Zentren für Produktentwicklung in Morristown (USA) und Gaillard (Frankreich) auf die Identifizierung, Entwicklung und Markteinführung von rezeptfreien Produkten. Im Vordergrund steht dabei die Unterstützung sowohl bestehender als auch neuer Marken durch die Umsetzung produktbezogener, klinischer und regulatorischer Entwicklungsstrategien. Diese bieten die Möglichkeit, neue Technologien, Indikationserweiterungen bestehender Arzneimittel und die Neueinstufung von bislang verschreibungspflichtigen Medikamenten als frei verkäufliche Produkte erfolgreich zu nutzen. Im Jahr 2008 konnte eine Reihe neuer Produktlinienerweiterungen in verschiedenen Märkten eingeführt werden.
In der Division Diabetes Care mit Hauptsitz in Tarrytown (USA) arbeiten wir in der Forschung und Entwicklung sowohl an der Stärkung unserer Kernproduktlinien als auch an der weiteren Expansion in attraktive Segmente des Diabetesmarkts. Durch unsere interne Entwicklungstätigkeit sowie durch Kooperationen können wir unseren Kunden anwenderfreundliche Messgeräte anbieten, die den individuellen Bedürfnissen von Menschen mit Diabetes gerecht werden. Ein Beispiel hierfür ist unser neues System infoContour® Link, das kabellos mit dem Medtronic®-Insulin-Pumpensystem zusammenarbeitet.
Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten der Division Animal Health am Standort Monheim (Deutschland) konzentrieren sich auf die Bereiche Antibiotika und Parasitizide sowie Wirkstoffe zur Behandlung nicht-infektiöser Krankheiten. Insbesondere bei Haustieren zählen hierzu chronische Nieren- und Herzkreislauferkrankungen sowie Krebs. Mit der Ausbietung des innovativen Produkts infoRenalzin®, einem Nahrungsergänzungsmittel für Katzen mit chronischer Niereninsuffizienz, wurde die Basis zum Aufbau unseres Produktportfolios zur Behandlung von Nierenerkrankungen gelegt.

Bayer CropScience

Mit Investitionen in Höhe von 649 MIO € (Vorjahr: 637 MIO €) entfielen im Jahr 2008 rund 24 % der Aufwendungen des Bayer-Konzerns für Forschung und Entwicklung auf den Teilkonzern CropScience. Dies entspricht einer Forschungskostenquote von 10,2 % des erzielten Umsatzes. CropScience verfügt über ein weltweites Netz von Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen. Unsere größten Standorte zur Erforschung und Entwicklung von Pflanzenschutzmitteln sind Monheim und Frankfurt a. M. (Deutschland) sowie Lyon (Frankreich). In Gent (Belgien) und Haelen (Niederlande) befinden sich unsere bedeutendsten Forschungszentren im Bereich BioScience.
Während die Forschungstätigkeiten auf einige Standorte konzentriert sind, finden die Entwicklungsaktivitäten sowohl in zentralen Einrichtungen als auch in zahlreichen Feldversuchsstati-onen weltweit statt, um die Prüfung der zukünftigen Produkte unter den relevanten regionalen klimatischen Bedingungen zu gewährleisten. Auch die Züchtungsaktivitäten für unser Saatgutgeschäft erfolgen in verschiedenen dezentralen Zuchtstationen, um die spezifischen lokalen Erfordernisse zu berücksichtigen.
Im Bereich Crop Protection erforschen und entwickeln wir innovative, sichere und nachhaltige Produkte für Landwirte in den drei Indikationen Insektizide, Fungizide und Herbizide. Darüber hinaus arbeiten wir indikationsübergreifend in neuen zukunftsweisenden Forschungsprojekten, beispielsweise auf den Gebieten Pflanzengesundheit und Stresstoleranz. Hierbei stehen uns zusätzlich zur klassischen Chemie, Biologie und Biochemie moderne Technologien wie Genomik, Hochdurchsatz-Screening, Bioinformatik und kombinatorische Chemie für die Identifizierung neuer Leitstrukturen zur Verfügung. Kooperationen mit externen Partnern ergänzen unsere eigenen Aktivitäten.
Wir erweitern den Einsatzbereich unserer Wirkstoffe aktiv durch Saatgutbehandlungslösungen, neue Mischungen oder die Entwicklung innovativer Formulierungen für bereits vermarktete Produkte, um deren Anwendbarkeit auf andere Kulturpflanzen zu erweitern oder um deren Handhabung zu verbessern.
Im Jahr 2008 konnten wir zwei neue Wirkstoffe erstmalig vermarkten: Spirotetramat (Hauptmarke: infoMovento®) ist der dritte Wirkstoff von CropScience aus der Stoffklasse der Ketoenole. Es ist ein hochwirksames systemisches Insektizid gegen eine große Bandbreite saugender Insekten. Spirotetramat schützt Kern- und Steinobst, Zitrusfrüchte, Trauben, Nüsse, Gemüse und Kartoffeln vor Schädlingen wie Blattläusen, Zikaden, Rebläusen, Wollläusen, Weißen Fliegen und Schildläusen.
Pyrasulfotole (Hauptmarke: infoHuskie®) aus der Stoffklasse der Benzoylpyrazole ist ein neuer herbizider Wirkstoff zum Einsatz in Getreide. Pyrasulfotole bietet dem Landwirt eine zuverlässige Wirksamkeit gegen eine große Anzahl breitblättriger Unkräuter und kann aufgrund des neuen Wirkmechanismus im Getreideanbau im Rahmen eines effektiven Resistenz-Management-Programms eingesetzt werden.
Die Wirkstoffpipeline von Crop Protection enthält derzeit 18 Entwicklungsprojekte, die zwischen 2009 und 2017 Marktreife erlangen sollen, sowie etwa 50 weitere Projekte in der frühen Forschung.
Bereits im Berichtsjahr haben wir die weltweit ersten Zulassungen für ein neues Herbizid und eine innovative Safener-Substanz erhalten, die ab dem Jahr 2009 vermarktet werden sollen. Safener sind spezielle Substanzen, die Unkrautbekämpfungsmitteln beigefügt werden, um die Nutzpflanzen vor der potenziell schädigenden Wirkung des Herbizidwirkstoffs zu schützen. Im Jahr 2010 stehen, die erfolgreiche Registrierung vorausgesetzt, drei vielversprechende neue Fungizide zur Markteinführung an:

Wirkstoffe

Indikation

Geplante
Markteinführung

Thiencarbazone-methyl

Herbizid

2009

Cyprosulfamide

Herbizid/Safener

2009

Fluopyram

Fungizid

2010

Bixafen

Fungizid

2010

Isotianil

Fungizid

2010

Thiencarbazone-methyl (Hauptmarken: Adengo®, infoCorvus®) ist ein neuer Sulfonyl-Amino-Carbonyl-Triazolinone-Wirkstoff (SACT) zur Bekämpfung von Unkräutern im Mais- und Getreideanbau. Der Wirkstoff ergänzt sich ideal mit unserem bereits vermarkteten Wirkstoff Isoxaflutole und sorgt durch die Kombination zweier Wirkmechanismen in Verbindung mit unserem neuen Safener Cyprosulfamide für eine besonders hohe Kulturverträglichkeit.
Für die insgesamt 9 neuen Wirkstoffe, die im Zeitraum 2008 bis 2012 auf den Markt gebracht werden sollen, erwartet CropScience ein Spitzenumsatzpotenzial von insgesamt mehr als 1 MRD €.
Die im Bereich Crop Protection entwickelten Substanzen werden auch von Environmental Science für eine mögliche Anwendung im nicht-landwirtschaftlichen Sektor getestet und beurteilt. Gleichzeitig werden Wirkstoffe von Fremdfirmen geprüft und im Erfolgsfall zugekauft. Zu den aktuellen Entwicklungsprojekten gehören sogenannte passive Behandlungen, wie Gele und Köder gegen Schadinsekten, biologische Lösungen zur Schädlingsbekämpfung sowie insektizide Produkte zur Behandlung von Materialien für die Vektorkontrolle. Des Weiteren stehen neue Produkte zur Unkrautkontrolle und Wirkstoffmischungen zur Pilzbekämpfung für die Marktsegmente Rasenpflege und Zierpflanzen im Fokus unserer Entwicklungsaktivitäten.
Im Jahr 2008 haben wir in unserem Bereich Environmental Science zahlreiche neue Produkte mit einfacher, bedienerfreundlicher Handhabung für den professionellen Einsatz oder zur privaten Nutzung auf den Markt gebracht. In Europa konnten wir beispielsweise mit infoKid Way® und infoPistol® zwei neue Herbizide für den professionellen Einsatz auf den Markt bringen, die ältere Produkte aus unserem Portfolio ersetzen sollen. Mit infoTemprid® wurde in den USA eine neue Wirkstoffmischung gegen Ameisen und andere Schädlinge insbesondere im Außenbereich für professionelle Anwender erstmalig vermarktet.
Unser Bayer-Advanced-Portfolio für Endverbraucher in den USA konnten wir u.a. durch ein neues Produkt gegen schädliche Insekten mit darüber hinaus desinfizierender Wirkung gegen Keime verstärken. In Europa erweiterten wir unser Bayer-Garten-Angebot für Privatverbraucher insbesondere durch mehrere neue Produkte auf Basis des jungen Wirkstoffs Thiacloprid.
Auch in 2009 planen wir die Markteinführung von mehreren neuen Produkten. Dazu zählt u.a. infoKontos® in den USA, ein neues Schädlingsbekämpfungsmittel mit dem Wirkstoff Spirotetramat zum Schutz von Zierpflanzen für Züchter und Gärtnereien.
Im Bereich BioScience forschen wir an der Optimierung von Pflanzeneigenschaften und entwickeln neue Sorten in unseren Kernkulturen Baumwolle, Raps und Reis sowie im Gemüsesaatgutbereich.
Im Fokus unserer Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten stehen die agronomischen Eigenschaften dieser Kernkulturen. Unsere Forscher arbeiten u. a. an der Entwicklung von Pflanzen, die eine hohe Resistenz gegenüber Stressfaktoren wie extremen Temperaturen und Trockenheit aufweisen. Darüber hinaus wollen wir die Ertragskraft von Nutzpflanzen steigern und die Pflanzenqualität erhöhen (z. B. veränderte Rapsölprofile, optimierte Baumwoll-Faserqualitäten). Weitere Schwerpunkte sind das Spektrum der Herbizidtoleranz um zusätzliche Wirkmechanismen zu erweitern sowie die Resistenz gegenüber Insekten und Pflanzenkrankheiten zu verbessern.
Die von uns verwendeten Technologien umfassen sowohl moderne Züchtungsverfahren als auch Methoden, die auf der Pflanzenbiotechnologie basieren. Unsere Forschungs- und Entwicklungspipeline enthält gegenwärtig mehr als 40 vielversprechende Leitprojekte und wird durch Forschungs- und Lizenzabkommen ergänzt.
Das Geschäftswachstum im Bereich BioScience konnte 2008 durch die Einführung neuer Sorten unterstützt werden. So wurden beispielsweise mehrere neue Rapssorten vermarktet, darunter infoInVigor® Health, eine Rapslinie, die gezielt für den Spezialrapsölmarkt in Nordamerika entwickelt wurde. Mit infoArize® Dhani konnte erstmals ein hochertragreiches Reissaatgut mit Resistenz gegen die gefürchtete Infektionskrankheit Bakterienbrand auf den Markt gebracht werden. Auch zahlreiche neue Gemüsesorten und einige neue Baumwolllinien wurden erfolgreich eingeführt.
Im Jahr 2009 ist die erstmalige Vermarktung von mehreren Saatgutinnovationen vorgesehen, darunter beispielsweise Baumwolle mit unserer eigenen Glyphosat-Herbizidtoleranz-Eigenschaft. Gemeinsam mit namhaften Saatgutherstellern planen wir des Weiteren in den USA die Markteinführung unserer LibertyLink®-Herbizidtoleranz-Technologie in Sojabohnensaatgut.
Um die Innovationskraft von CropScience weiter zu stärken, wollen wir die Forschungs- und Entwicklungsausgaben sukzessive auf etwa 750 MIO € im Jahr 2015 erhöhen. Insbesondere unsere Forschungsanstrengungen im Bereich Saatgut und Pflanzenbiotechnologie wollen wir verstärken. Die Aufwendungen sollen auf mehr als 200 MIO € im gleichen Zeitraum ausgebaut werden.

Bayer MaterialScience

MaterialScience wandte im Jahr 2008 221 MIO € (Vorjahr: 209 MIO €) für Forschung und Entwicklung (ohne Einbeziehung von gemeinsamen Entwicklungsprojekten mit Kunden) auf, um als globaler Anbieter von hochwertigen, maßgeschneiderten Material- und Systemlösungen seine führende Position im Markt und in der Prozesstechnik weiter auszubauen. Damit entfielen rund 8 % der konzernweiten Forschungs- und Entwicklungskosten auf MaterialScience. Für den Teilkonzern lag die Forschungskostenquote bei 2,3 % vom Umsatz. In den Business Units von MaterialScience – Polycarbonates; Polyurethanes; Thermoplastic Polyurethanes und Coatings, Adhesives, Specialties – werden modernste Technologien und Produktionsverfahren eingesetzt, um im engen Kontakt mit unseren Kunden und anderen externen Partnern neue Produkte und neue Anwendungen zu realisieren.
In unserer Business Unit Polyurethanes richten sich die Aktivitäten in der Produktentwicklung auf die Erweiterung der Anwendungsgebiete sowie die Eigenschaftsoptimierung unserer Polyurethansysteme. Für Anwendungen wie z.B. die Dämmung im Baubereich dienen unsere Polyurethane als Basis für hocheffizientes Dämmmaterial und leisten somit einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz. So lässt sich mit Polyurethan-Hartschaum über den gesamten Produktlebenszyklus rund 70-mal so viel Energie einsparen wie zu dessen Herstellung benötigt wird. Auch die Verwendung nachwachsender Rohstoffe spielt eine wichtige Rolle bei unseren Forschungs- und Entwicklungs-Aktivitäten. So haben wir Polyole entwickelt, die bis zu einem Gewichtsanteil von 70 % auf nachwachsenden Rohstoffen basieren und beispielsweise in Matratzen, Autositzen oder zur Isolation von Kühlschränken eingesetzt werden können. Ein Beispiel für eine neue Anwendung ist ein Polyurethanschaumsystem, mit dem das Schotterbett von Eisenbahnschienen verschäumt wird. Mit dieser innovativen Gleisbautechnologie, die derzeit im regelmäßigen Bahnverkehr erprobt wird, können sowohl der Wartungsaufwand am Gleisbett als auch die Geräuschentwicklung durch den Schienenverkehr deutlich reduziert werden.
Innovationsschwerpunkte im Bereich der Prozessentwicklung sind zurzeit die Entwicklung neuer und verbesserter Rohstoffe sowie die Verbesserung der Fertigungsprozesse für Polyether-Polyole und aromatische Isocyanate. In unserer infoTDI-Anlage (250.000 Tonnen Jahreskapazität) in Shanghai (China), die 2010 in Betrieb genommen werden soll, wird mit der Gasphasenphosgenierung ein Prozess zum Einsatz kommen, der den Energieverbrauch im Vergleich zu einer infoWorld-Scale-Anlage gleicher Größe und herkömmlicher Technologie bis zu 60 % reduziert. Zugleich werden die Kohlendioxidemissionen mit diesem innovativen Prozess um 60.000 Tonnen pro Jahr reduziert. Auch im Bereich infoMDI haben wir hocheffiziente Verfahren entwickelt, die bereits in der weltgrößten, einstraßigen MDI-Anlage (350.000 Tonnen Jahreskapazität) in Shanghai (China) eingesetzt werden.
Die Forschung und Entwicklung unserer Business Unit Coatings, Adhesives, Specialties konzentriert sich auf die Entwicklung von Polyurethan-Rohstoffen für die Formulierung hochwertiger Lacke, Kleb- und Dichtstoffe, z.B. aliphatische und aromatische Polyisocyanate und Harzkomponenten. Wichtige Schwerpunkte sind Rohstoffe für wasserbasierte und UV-härtende Systeme, die durch die Vermeidung organischer Lösemittel bzw. die Verkürzung der Lacktrocknung einen Beitrag zur Ressourcenschonung leisten. Mit Aktivitäten im Bereich Kosmetik und Medizintechnik arbeiten wir darüber hinaus an der Erschließung weiterer neuer Anwendungsgebiete. Auf Basis der hohen Kompetenz der Business Unit Coatings, Adhesives, Specialties im Bereich innovativer Oberflächen wurde die neue strategische Geschäftseinheit Functional Films gebildet. Dieser Bereich beschäftigt sich beispielsweise mit dreidimensional verformbaren Elektrolumineszenzfolien (Lyttron©), LCD-Diffusor-Folien für Flachbildschirme, verformbaren beschichteten Folien für Elektro- und Automobilanwendungen sowie infoMakrofol®-Soft-Touch-Folien für den Kfz-Innenraum und Mobiltelefongehäuse. Daneben werden gemeinsam mit InPhase Technologies, USA, holografische Datenspeicher mit einer Kapazität von 300 Gigabyte pro Disk der 1. Generation entwickelt. Schließlich haben wir uns mit einer Jahreskapazität von 60 Tonnen innerhalb kurzer Zeit als einer der weltweit führenden Hersteller im Industriemaßstab von Carbon Nanotubes (infoBaytubes®) etabliert.
In der Business Unit Polycarbonates ist es unser Ziel, neue Anwendungen für unsere Produkte zu entwickeln und die Produktionsprozesse kontinuierlich zu verbessern. Dabei steht für uns die Bereitstellung innovativer Lösungen für globale Trends in der Gesellschaft im Vordergrund, wie z.B. zunehmende Anforderungen an Klimaschutz, Mobilität und Komfort in einer stetig wachsenden Weltbevölkerung, leichtgewichtige Kunststoffelemente für den Automobilbau, innovative Lösungen für LED-Lichtmanagementtechnologien oder optimierte Materialien für zunehmende Anforderungen an belastbare und leichtgewichtige Anwendungen besonders im Bereich Personentransport. In der Produktentwicklung konzentrieren wir uns auf die Entwicklung neuer Polymerlegierungen (PC Blends und Compounds), die Entwicklung modifizierter Basismaterialien für Polycarbonatplatten und die Modifizierung von Polycarbonatoberflächen mithilfe verschiedener Beschichtungstechniken. Ein Beispiel sind Scheiben und Dachelemente aus Polycarbonat im Automobilbereich, die unter der Kompetenzmarke „infoBayVision“ weltweit mit renommierten Partnern aus der Automobilindustrie im 1. Quartal 2008 im Markt eingeführt wurden. Diese Bündelung von Material-, Anwendungs-, Verarbeitungs- und Servicekompetenz ist ein zentrales Element für eine integrierte Entwicklungsausrichtung in unseren relevanten Wachstumsfeldern.
Die Forschung und Entwicklung der Business Unit Thermoplastic Polyurethanes richtet sich vor allem auf die Entwicklung hochwertiger TPU-Granulate und -Folien wie z. B. Folien für Solarmodule mit besonders hoher Transparenz und UV-Beständigkeit.
Im Bereich New Business werden bei MaterialScience ständig neue Technologie- und Markttrends aufgespürt, bewertet und die aussichtsreichsten Ideen zielstrebig in neue Forschungs- und Entwicklungsprojekte überführt, um neue profitable Geschäftsfelder zu erschließen oder vorhandene Technologieplattformen zu erweitern. Im Rahmen einer neuen Technologieinitiative wurde Anfang 2008 das Zentrum für Katalyseforschung CAT an der RWTH Aachen eröffnet, in dem neuartige katalysierte Prozesse für MaterialScience entwickelt werden.

Bayer Technology Services

Bei technologischen Lösungen, insbesondere im Bereich der Prozesstechnologie, dem Anlagenbau, der Automatisierung und der Produktentwicklung, arbeiten alle Bayer-Teilkonzerne weltweit eng mit Bayer Technology Services zusammen. Die Servicegesellschaft entwickelt z.B. zusammen mit MaterialScience neue, energie- und rohstoffeffiziente Produktionsverfahren und unterstützt somit den Teilkonzern, seine Technologie- und Kostenführerschaft zu halten und auszubauen. Die zentrale Weiterentwicklung von teilkonzernübergreifenden Querschnittstechnologien – wie z.B. der Nano- und Biotechnologie oder des Know-hows auf dem Gebiet der mathematischen Simulation und des Data Minings – helfen HealthCare und CropScience, die Entwicklungszeiten für neue Produkte zu verkürzen. Ein strategisches Kernelement ist dabei die internationale Beschaffung von Know-how. Es reicht von landesspezifischem Wissen bei der Abwicklung von Investitionsprojekten über die weltweite Erschließung von Innovationen und öffentlichen Forschungsgeldern bis hin zur Rekrutierung von internationalem Spitzenpersonal.

Bayer Innovation

Innovationsthemen, die am Rande der derzeitigen Kernaktivitäten der Teilkonzerne liegen, werden von der Bayer Innovation erarbeitet, bewertet und zu tragfähigen neuen Geschäften für den Bayer-Konzern weiterentwickelt.
Ein Arbeitsgebiet der Bayer Innovation ist die Herstellung von Medikamenten in Pflanzen (PMP: Plant Made Pharmaceuticals). Im Jahr 2008 wurde dazu eine Pilotanlage zur Herstellung von Klinikmustern eines Krebsimpfstoffs für die Therapie des Non-Hodgkin-Lymphoms in Betrieb genommen. Weitere Aktivitäten bestehen im Gebiet der Medizintechnik: Beispielsweise werden neuartige Konzepte (z.B. Wundauflagen aus biologisch abbaubaren Kieselgelfasern) zur Behandlung von chronischen Wunden entwickelt. Das volle Potenzial dieser Technologien wird in enger Kooperation mit den Bayer-Teilkonzernen sowie mit externen Partnern evaluiert.

Triple-i: Inspirationen, Ideen, Innovationen

Die Innovationsoffensive „Triple-i: Inspirationen, Ideen, Innovationen“ motiviert alle Bayer-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter weltweit, Ideen für mögliche neue Produkte einzureichen und somit einen Beitrag zur Stärkung der Innovationskraft des Unternehmens zu leisten. Von den mehr als 7.000 bis Februar 2009 eingereichten Vorschlägen wurden und werden noch zahlreiche in unseren Teilkonzernen weiter evaluiert. Einige Ansätze, wie z.B. die Verwendung von Polycarbonat in speziellen Anwendungen im Bootsbau, konnten in der Zwischenzeit bereits erfolgreich im Markt eingeführt werden.
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