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Lagebericht

Finanzlage und Investitionen

Zufluss aus operativer Geschäftstätigkeit Zu-/Abfluss aus Finanzierungstätigkeit
Zu-/Abfluss aus investiver Tätigkeit Flüssige Mittel und Nettoverschuldung

Finanzierungsrechnung Bayer-Konzern (Kurzfassung)

2007

2008

 

in Mio €

in Mio €

Brutto-Cashflow*

4.784

5.295

Veränderung Working Capital/Sonstige nicht zahlungswirksame Vorgänge

-503

-1.687

Zu-/Abfluss aus operativer Geschäftstätigkeit
(Netto-Cashflow) im fortzuführenden Geschäft


4.281


3.608

Zu-/Abfluss aus operativer Geschäftstätigkeit
(Netto-Cashflow) im nicht fortzuführenden Geschäft


2


-

Zu-/Abfluss aus operativer Geschäftstätigkeit
(Netto-Cashflow) (Gesamt)


4.283


3.608

Zu-/Abfluss aus investiver Tätigkeit (Gesamt)

3.186

-3.089

Zu-/Abfluss aus Finanzierungstätigkeit (Gesamt)

-7.730

-873

Zahlungswirksame Veränderung aus Geschäftstätigkeit (Gesamt)

-261

-354

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Periodenanfang

2.915

2.531

Veränderung Wechselkurse/Konzernkreis

-123

-83

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Periodenende

2.531

2.094

* Brutto-Cashflow: Ergebnis nach Steuern aus fortzuführendem Geschäft zuzüglich Ertragsteueraufwand zuzüglich bzw. abzüglich Finanzergebnis abzüglich gezahlter bzw. geschuldeter Ertragsteuern zuzüglich Abschreibungen zuzüglich bzw. abzüglich Veränderungen der Pensionsrückstellungen abzüglich Gewinne bzw. zuzüglich Verluste aus dem Abgang von Anlagevermögen sowie zuzüglich nicht zahlungswirksamer Effekte aus der Neubewertung übernommener Vermögenswerte. Die Position Veränderung der Pensionsrückstellungen umfasst sowohl die Korrektur nicht zahlungswirksamer Effekte im operativen Ergebnis als auch Auszahlungen aufgrund unserer Pensionsverpflichtungen.

Zufluss aus operativer Geschäftstätigkeit (Netto-Cashflow)

Der Brutto-Cashflow des Jahres 2008 in Höhe von 5.295 MIO € lag um 10,7 % über dem Vorjahreswert von 4.784 MIO €. Dabei konnten HealthCare und CropScience aufgrund ihrer erfreulichen Geschäftsentwicklung ihren Brutto-Cashflow deutlich steigern und damit den Rückgang bei MaterialScience mehr als kompensieren. Der infoNetto-Cashflow sank aufgrund einer deutlich erhöhten Mittelbindung im Working Capital auf 3.608 MIO € (Vorjahr: 4.281 MIO €). Ursächlich hierfür war insbesondere der Aufbau von Forderungen und Vorräten bei HealthCare und CropScience aufgrund eines erhöhten Geschäftsvolumens. Darüber hinaus verzeichneten wir hohe Zahlungsmittelabflüsse im Zusammenhang mit der Inanspruchnahme von Rückstellungen.

Zu-/Abfluss aus investiver Tätigkeit

Im Rahmen der investiven Tätigkeit sind Zahlungsmittel in Höhe von 3.089 MIO € abgeflossen. Darin enthalten waren Auszahlungen für Akquisitionen in Höhe von 1.617 MIO €, u.a. im Zusammenhang mit dem Erwerb der Possis Medical, Inc., USA, in Höhe von 227 MIO €, dem Kauf des osteuropäischen OTC-Geschäfts von Sagmel, Inc. in Höhe von 265 MIO €, dem Erwerb des OTC-Geschäfts der chinesischen Top-Sun-Gruppe in Höhe von 109 MIO € sowie dem Erwerb der Direvo Biotech AG, Deutschland, in Höhe von 185 MIO €. Darüber hinaus umfassten die Auszahlungen 695 MIO € im Zusammenhang mit dem Erwerb der restlichen Anteile an der Bayer Schering Pharma AG. Mit der Eintragung des infoSqueeze-out erhielten die verbliebenen Minderheitsaktionäre für ihre Aktien eine Barabfindung von 98,98 € je Aktie. Die hierzu erforderlichen, auf Sonderkonten hinterlegten Mittel wurden Anfang Oktober 2008 an die Aktionäre ausgezahlt. Im Vorjahr verzeichneten wir einen Mittelzufluss aus investiver Tätigkeit von 3.186 MIO €, der vor allem aus den Netto-Erlösen der Desinvestitionen des Diagnostika-Geschäfts, von H.C. Starck und Wolff Walsrode resultierte.
Die Ausgaben für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte beliefen sich im Jahr 2008 auf insgesamt 1.759 MIO € (Vorjahr: 1.860 MIO €). Darin sind unter anderem Ausgaben für den Ausbau unseres chinesischen Standorts in Shanghai für die Herstellung von Polymer-Produkten sowie für den Erwerb des Hämatologie-Portfolios der Maxygen, Inc. enthalten. Zugeflossen sind „Zins- und Dividendeneinnahmen“ in Höhe von 553 MIO € sowie Erlöse aus dem Verkauf von Sachanlagen und anderen Vermögenswerten in Höhe von 167 MIO €.
Einige ausgewählte Investitionen des Bayer-Konzerns in Sachanlagen der vergangenen zwei Jahre sind in folgender Tabelle dargestellt:

Segment

Beschreibung

Investitionen 2008

Pharma


Optimierung der Steroidproduktion in Bergkamen, Deutschland

Neue Verpackungslinien in Weimar und Berlin, Deutschland und in Gaillard,
Frankreich

Erweiterung des Produktionsstandorts in Peking, China

Erweiterung der Produktionskapazität in Jakarta, Indonesien

Crop Protection

Erweiterung der Herbizid-Produktionskapazität in Frankfurt und Knapsack,
Deutschland

Konsolidierung der Formulierungsaktivitäten in Kansas City, USA

Erweiterung der Formulierkapazität für Nicht-Herbizide in Belford Roxo, Brasilien

Neue Formulieranlage für Insektizide in Hangzhou, China

Umbau einer Herbizid-Produktionsanlage in Ankleshwar, Indien

BioScience

Errichtung von Gewächshäusern, Zuchtkammern und Laboreinheiten für die Raps-Saatgutzüchtung in Saskatoon, Kanada

Systems

Bau eines World-Scale-Produktionsverbunds für MDI in Shanghai, China

Erhöhung der Polyether-Produktionskapazitäten in Dormagen, Deutschland und in Santa Clara, Mexiko

Errichtung einer Pilotanlage zur Herstellung von Carbo-Nanotubes in Leverkusen, Deutschland

Errichtung eines Polyurethan-Systemhauses in Noida, Indien

Materials


Errichtung des MacroColor Centers in Noida, Indien

Anlagenmodifikation zur Herstellung von hoch reinem Polycarbonat in Antwerpen, Belgien

Segment

Beschreibung

Investitionen 2007

Pharma


Konsolidierung der Biotech-Produktionsanlagen in Seattle, USA

Integration von Biotech-Produktionsanlagen in Emeryville, USA

Konsolidierung der F&E-Aktivitäten in Deutschland und den USA
(Bayer-Schering-Integration)

Erweiterung einer Produktionsanlage für Kontrastmittel-Applikationssysteme in Warrendale, USA

Crop Protection

Kapazitätsausbau der Wirkstoff- und Formulieranlage in Hangzhou, China

Bündelung der Formulieraktivitäten, USA

Modifizierung bestehender Produktionseinheiten für die Fertigung von Zwischenprodukten und neuen insektiziden Wirkstoffen in Dormagen, Deutschland

Standortkonsolidierungsprojekte in Thane, Indien und Wolfenbüttel, Deutschland

Wiederaufbau einer Wirkstoffproduktionsanlage in Belford Roxo, Brasilien

BioScience

Neues Gewächshaus für Gemüsesaatgut in ‘s-Gravenzande, Niederlande

Systems


Bau eines World-Scale-Produktionsverbunds für MDI in Shanghai, China

Bau einer Anlage zur Herstellung von Polyurethan-Dispersionen in Shanghai, China

Errichtung einer World-Scale-Produktionsanlage für Polymerpolyole in Antwerpen, Belgien

Materials


Ausbau der Polycarbonat-Produktion in Map Ta Phut, Thailand

Erweiterung der Kapazität für Polycarbonat in Shanghai, China

Errichtung eines neuen Logistikzentrums für Polycarbonat-Compounds in
Krefeld-Uerdingen, Deutschland

Zu-/Abfluss aus Finanzierungstätigkeit

Im Rahmen der Finanzierungstätigkeit sind Mittel in Höhe von 873 MIO € abgeflossen. Im Vorjahr verzeichneten wir einen Mittelabfluss von 7.730 MIO €, in dem 5,6 MRD € für Netto-Kreditrückzahlungen enthalten waren, darunter die planmäßige Tilgung unserer Anleihe 2002/2007 im April 2007 (2,1 MRD €). Im Jahr 2008 verzeichneten wir eine Netto-Kreditaufnahme von 1.525 MIO €. Die Zinsausgaben sanken im Vergleich zum Vorjahr um 5,4 % auf 1.272 MIO €. Für Dividendenzahlungen der Bayer AG und an andere Gesellschafter sowie gezahlte Kapitalertragsteuer wurden 1.126 MIO € (Vorjahr: 773 MIO €) aufgewendet.

Flüssige Mittel und Nettoverschuldung

Nettoverschuldung

31.12.2007

31.12.2008

 

in Mio €

in Mio €

Anleihen

10.411

10.729

davon Hybridanleihe

1.237

1.245

davon Pflichtwandelanleihe

2.285

2.296

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

3.032

4.438

Leasingverbindlichkeiten

358

535

Verbindlichkeiten aus derivativen Finanzinstrumenten

235

612

Sonstige Finanzverbindlichkeiten

162

333

- Positive Marktwerte aus der Sicherung bilanzieller Risiken

230

454

Finanzverschuldung

13.968

16.193

- Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente*

1.776

2.037

- Kurzfristige finanzielle Vermögenswerte

8

4

Nettoverschuldung im fortzuführenden Geschäft

12.184

14.152

Nettoverschuldung im nicht fortzuführenden Geschäft

0

0

Nettoverschuldung (Gesamt)

12.184

14.152

* Aufgrund der eingeschränkten Verwendbarkeit wurde die auf Sonderkonten hinterlegte Liquidität in Höhe von 57 Mio € zum 31.12.2008 (31.12.2007: 755 Mio €) bei der Ermittlung der Nettoverschuldung nicht in Abzug gebracht. 31.12.2008: 2.037 Mio € = 2.094 Mio € - 57 Mio €.

Im Jahr 2008 erhöhte sich die Nettoverschuldung (Gesamt) um 2,0 MRD € auf 14,2 MRD €. Dieser Anstieg ist unter anderem auf eine deutlich erhöhte Mittelbindung im Working Capital, auf Akquisitionen in Höhe von 0,9 MRD €, die Veränderungen wichtiger Währungen gegenüber dem Euro mit einem Effekt von 0,6 MRD €, eine höhere Dividendenzahlung sowie die Gewährung eines Gründungsstockdarlehens an die Bayer-Pensionskasse in Höhe von 0,3 MRD € zurückzuführen. In der Nettoverschuldung haben sich die 695 MIO € für die Auszahlung der Minderheitsaktionäre der Bayer Schering Pharma AG nicht ausgewirkt, da diese auf Sonderkonten hinterlegten Finanzmittel bei der Ermittlung der Nettoverschuldung in der Vergangenheit nicht in Abzug gebracht wurden. Der Konzern verfügte zum 31. Dezember 2008 über Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 2.094 MIO €. Am Bilanzstichtag belief sich unsere Finanzverschuldung auf 16,2 MRD €. Darin enthalten sind sowohl die im Juli 2005 begebene nachrangige infoHybridanleihe mit 1,2 MRD € als auch die im Juni 2009 fällige Pflichtwandelanleihe mit 2,3 MRD €. Bei der Beurteilung der Nettoverschuldung ist zu berücksichtigen, dass die Hybridanleihe von Moody’s zu 75 % und von Standard & Poor’s zu 50 % als Eigenkapital bewertet wird. Beide Ratingagenturen setzten die Pflichtwandelanleihe zu 100 % als Eigenkapital an. Verglichen mit klassischem Fremdkapital werden die ratingspezifischen Verschuldungskennziffern des Konzerns daher mit der Hybridanleihe deutlich und mit der Pflichtwandelanleihe vollständig entlastet.
Aufgrund ihres Fälligkeitszeitpunkts wurden im Geschäftsjahr 2008 die im Jahr 2006 begebene Pflichtwandelanleihe, die ebenfalls 2006 begebene variabel verzinsliche EMTN-Anleihe der Bayer AG sowie die 2004 begebene EMTN-Anleihe der Bayer Corporation von langfristigen in kurzfristige Finanzverbindlichkeiten umgegliedert. Zum 31. Dezember 2008 beliefen sich unsere langfristigen Finanzverbindlichkeiten auf 10,6 MRD €.
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