Aktie

Bayer am Kapitalmarkt

Performance der Bayer Aktie 2008
Auch die Bayer-Aktie geriet im vergangenen Jahr in den Sog weltweiter Börsenturbulenzen, gehörte jedoch zum besten Drittel der DAX-30-Werte. Sie verlor 2008 fast 32 Prozent, der DAX schloss bei minus 40 Prozent. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen eine Dividendenerhöhung um vier Prozent auf 1,40 Euro pro Aktie vor.

Ein schwieriges Börsenjahr

Schwächstes Börsenjahr seit 2002
Das Jahr 2008 war das zweitschwächste Jahr in der Geschichte des DAX seit dessen Einführung am 1. Juli 1988. Der DAX beendete das Jahr bei einem Stand von 4.810 Punkten und verlor somit 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Lediglich das Börsenjahr 2002 wies mit minus 44 Prozent einen noch höheren Verlust auf.
Auslöser der Talfahrt war die US-Hypothekenkrise, die sich bereits im Sommer 2007 abzeichnete. Hieraus entwickelte sich eine Krise des Finanzmarkts, die schließlich auch auf die Realwirtschaft übergriff und zu der aktuellen globalen Wirtschaftskrise führte. Fast alle Unternehmen im DAX mussten zweistellige Verluste hinnehmen.
Die Entwicklung in anderen Ländern Europas, der USA und Asiens verlief ähnlich enttäuschend: So verlor der EUR STOXX 50SM rund 42 Prozent, der S&P 500 (USA) ca. 38 Prozent und der Nikkei (Japan) 42 Prozent.
Bayer-Aktie mit Kursverlusten
Auch die Bayer-Aktie geriet in den Sog der weltweiten Börsenturbulenzen und verlor im Jahresverlauf 33,6 Prozent ihres Kurswerts. Unter Einbeziehung der im Mai 2008 gezahlten Dividende von 1,35 Euro pro Aktie errechnet sich eine Performance von minus 31,9 Prozent. Trotz dieses Kursverlusts gehört die Bayer-Aktie damit aber noch zu dem besten Drittel aller DAX 30-Werte.
Bis Anfang März gab der Kurs zunächst rund 25 Prozent auf 47 Euro nach. Dem folgte eine Erholungsphase, die bis Mitte September anhielt und den Kurs wieder auf rund 57 Euro steigen ließ. Die Insolvenz der Investmentbank Lehman Brothers Mitte September war nur einer der Katalysatoren für die globalen, erdrutschartigen Kursverluste im vierten Quartal. Begleitet von sehr hohen Umsätzen, vor allem im Oktober (11,5 Millionen Aktien pro Tag) fiel die Bayer-Aktie bis auf einen Jahrestiefstkurs von 36,83 Euro (21.11.2008).
Erfolgreicher Abschluss von Finanzierungen – trotz schwierigen Umfelds
Nachdem die US-Hypothekenkrise schon in der zweiten Jahreshälfte 2007 die Kreditmärkte negativ beeinflusst hatte, setzte sich die Verunsicherung der Kreditinvestoren auch im Jahr 2008 fort. Dies führte zu einer signifikanten Ausweitung der von Unternehmen zu zahlenden Risikoprämien, den sogenannten Credit Default Swaps (CDS) (siehe Grafik).
CDS stellen eine handelbare Kreditversicherung gegen Zahlungsausfall eines Emittenten dar. Am Kapitalmarkt wird die Höhe des CDS von der Kreditwürdigkeit eines Unternehmens abgeleitet und dient daher als Indikator für die Bestimmung der Kreditmarge bei der Aufnahme von Fremdkapital.
In diesem schwierigen Umfeld hat Bayer in der zweiten Jahreshälfte opportunistische Finanzierungen abgeschlossen und konnte vergleichsweise attraktive Konditionen erzielen. Neben kleineren Privatplatzierungen in Japan über insgesamt 25 Milliarden Yen (ca. 198 Millionen Euro) sind insbesondere eine siebenjährige Kreditfinanzierung über 450 Millionen Euro durch die Europäische Investitionsbank und eine Euro-Privatplatzierung (200 Millionen) zu nennen. Eine Auflistung der von Bayer emittierten Anleihen befindet sich im Anhang des Konzernabschlusses [Nr. 27].
Kennzahlen zur Bayer-Aktie
  

2007

2008

Ergebnis je Aktie

in €

5,84

2,22

Bereinigtes Ergebnis je Aktie1 

in €

3,80

4,17

Cashflow je Aktie

in €

6,26

6,93

Eigenkapital je Aktie

in €

22,01

21,38

Dividende je Aktie

in €

1,35

1,40

    

Börsenkurs zum Jahresende2

in €

62,53

41,55

Höchstkurs2

in €

62,53

65,68

Tiefstkurs2

in €

40,20

36,83

    

Ausschüttungssumme

in Mio €

1.032

1.070

Anzahl dividendenberechtigter Aktien (31.12.)

in Mio

764,34

764,34

Marktkapitalisierung (31.12.)

in Mrd €

47,8

31,8

Durchschnittliche tägliche Umsätze

in Mio

5,7

6,0

    

Kurs-Gewinn-Verhältnis2

 

10,7

18,7

Bereinigtes Kurs-Gewinn-Verhältnis1,2

 

16,5

10,0

Kurs-Cashflow-Verhältnis2

 

10,0

6,0

Dividendenrendite

in %

2,2

3,4

Entwicklung der Credit Default Swaps (CDS) 2008
Langfristrendite der Bayer-Aktie über DAX-Entwicklung
Ein langfristig orientierter Anleger, der vor fünf Jahren (d.h. am 1. Januar 2004) 10.000 Euro in Bayer-Aktien investierte und die Dividenden wieder reinvestierte, verfügte am 31. Dezember 2008 über ein Vermögen von 21.442 Euro. Dies entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Rendite von 16,5 Prozent.
Vergleich der durchschnittlichen Renditen p.a. in % (Dividenden-Reinvestment)
 

1 Jahr 2008

3 Jahre 2006–08

5 Jahre 2004–08

 

in %

in %

in %

Bayer

-31,9

8,1

16,5

DAX

-40,4

-3,8

3,9

DJ EURO STOXX 50SM

-42,4

-9,3

0,3

Bayer-Aktie in STOXX 50 aufgenommen
Die Bayer-Aktie ist mit Wirkung zum 22. September 2008 in den Dow Jones STOXX 50-Aktienindex aufgenommen worden. Der STOXX 50 ist ein europäischer Blue-Chip Index, der die 50 führenden Aktien aus 17 westeuropäischen Ländern enthält. Bayer ist weiterhin auch im euro STOXX 50SM gelistet, der die 50 führenden Werte der Eurozone enthält.
MSCI-Indexfamilie gruppiert Bayer in Sektor HealthCare ein
Der Indexanbieter MSCI hat die Bayer-Aktie zum 1. Juli 2008 von dem Sektor „Materials“, Kategorie „Diversified Chemicals“ in den Sektor „HealthCare“, Kategorie „Pharmaceuticals“ umgruppiert. Damit reflektiert MSCI den neuen Schwerpunkt unserer Geschäftsaktivitäten im Bereich HealthCare.
Delisting von der Börse in Japan vollzogen
Die Bayer AG hat sich Anfang Dezember 2008 von der Börse in Tokio zurückgezogen. Ausschlaggebend war das niedrige Handelsvolumen, das die Notierung an der Tokyo Stock Exchange entbehrlich machte. Die Bayer-Aktie war seit 1988 in Japan gelistet.
Hauptversammlung mit hoher Präsenz
Im Jahr 2008 konnte die Präsenz auf der Hauptversammlung zum vierten Mal in Folge erhöht werden. So waren auf der Hauptversammlung am 25. April 2008 62 Prozent des stimmberechtigten Kapitals anwesend.
Dividende steigt auf 1,40 Euro pro Aktie
Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung in diesem Jahr eine Erhöhung der Dividende um 0,05 Euro auf 1,40 Euro pro Aktie vorschlagen. Bezogen auf das bereinigte Ergebnis pro Aktie (Core EPS) entspricht dies einer Ausschüttungsquote von annähernd 34 Prozent und liegt damit im angestrebten Zielkorridor von 30 bis 40 Prozent.
Legt man den Jahresschlusskurs von 2008 (41,55 Euro) zugrunde, so errechnet sich eine Dividendenrendite von 3,4 Prozent. Die Ausschüttungssumme beträgt 1.070 Millionen Euro.
Dividende pro Aktie
Ausschttungssummer in Mio Euro
Aktionärsstruktur verbreitert
Der Anteil ausländischer institutioneller Anleger hat sich gegenüber dem Vorjahr leicht erhöht. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Erhebung über die Höhe der Beteiligung in- und ausländischer Kapitalanlagegesellschaften an Bayer, bei der 85 Prozent (ca. 650,8 Millionen Aktien) des gesamten Kapitals (ca. 764,3 Millionen Aktien) erfasst wurden. 80 Prozent der identifizierten Aktien werden der Erhebung zufolge von ausländischen Institutionen gehalten. 43 Prozent des erfassten Kapitals entfallen auf Institute mit Stammsitz in den USA, 20 Prozent auf Institutionen in Deutschland und 13 Prozent auf solche in Großbritannien. Der hohe Anteil ausländischer Aktionäre spiegelt die große Bedeutung der Bayer-Aktie auf den internationalen Finanzmärkten wider.
Bayer-Aktie als nachhaltiges Investment
Bayer war auch im Jahr 2008 in bedeutenden Nachhaltigkeits-Indizes gelistet. Im Dow Jones Sustainability Index World sowie in der FTSE4Good-Index-Serie ist die Bayer-Aktie jeweils seit Gründung der Indizes vertreten. Erneut ist das Unternehmen auch in den „Carbon Disclosure Leadership Index“ aufgenommen und damit für seine Aktivitäten zum Klimaschutz ausgezeichnet worden.
Der Dialog mit Investoren, die ihre Anlageentscheidungen wesentlich an Nachhaltigkeitskriterien orientieren, wurde bei Konferenzen und in Einzelgesprächen weiter intensiviert.
Investor-Relations-Aktivitäten weiterhin auf hohem Niveau
Auch in 2008 wurde das Investor-Relations-Programm auf hohem Niveau weitergeführt. Vorstand und Investor-Relations-Abteilung absolvierten mehr als 400 Einzelgespräche an rund 25 Finanzplätzen und informierten über aktuelle Themen des Konzerns.
Im Mittelpunkt des Interesses standen dabei die Fortschritte der Pharma-Forschungs-Pipeline und hier vor allem das Thrombosemittel infoXarelto®. Wichtige Forschungsergebnisse wurden im Rahmen von Telefonkonferenzen durch Experten erläutert und parallel im Internet übertragen.Weitere zentrale Themen waren das Anhalten des Booms im landwirtschaftlichen Sektor sowie die Nachfragesituation im Polymer-Markt.
Ausgezeichnete Investor Relations
Die Kapitalmarktkommunikation der Bayer AG wurde in 2008 erneut mehrfach ausgezeichnet.
So belegte Bayer Platz eins in einer Buy-side-Studie der Institutional Investor Research Group als Unternehmen mit der besten IR-Arbeit im europäischen Chemiesektor. Für die Untersuchung wurden mehr als 600 Buy-side-Analysten und Portfoliomanager aus Europa und den USA befragt.
Das Wirtschaftsmagazin Capital verleiht zusammen mit der Deutschen Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management (DVFA) jährlich den Capital-Investor-Relations-Preis. Kriterien für die Bewertung der Finanzmarktkommunikation sind unter anderen Zielgruppenorientierung, Transparenz und die Kontinuität der Berichterstattung. Bayer belegte in 2008 branchenübergreifend den dritten Platz in der Kategorie EURO STOXX 50SM.
Den hervorragenden Service der Bayer-Finanzkommunikation ehrte die französische Finanzzeitschrift „La Vie Financière“. Bayer erhielt den „Fils d’or 2008“-Preis als bestes nicht-französisches Unternehmen im Aktienindex FTS Eurofirst 80 in der Kategorie „Prix du Meilleur Service Actionnaire“.
Bereits zum vierten Mal belegte die Investor-Relations-Internetseite der Bayer AG in einer Studie der international renommierten Unternehmensberatung MZ Consult den ersten Platz in der Gesamtwertung. Das breite Internetangebot, moderne Technologien wie RSS (Rich Site Summary) Feeds, Podcasts und Mobile Services sowie die hohe Aktualität der Seite überzeugten die Jury.
Ermittlung des bereinigten Ergebnisses je Aktie
Das Ergebnis je Aktie gemäß IFRS wird sowohl durch Effekte aus der Kaufpreisaufteilung für Schering als auch durch weitere Sondersachverhalte beeinflusst. Um die Vergleichbarkeit im Zeitablauf zu erhöhen, ermitteln wir ein Konzernergebnis aus fortzuführendem Geschäft, das um sämtliche Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte, außerplanmäßige Abschreibungen (inklusive eventueller Impairments), Sondereinflüsse auf das EBITDA inklusive der jeweiligen Steuereffekte sowie außerordentliche Sachverhalte im Steuerergebnis bereinigt ist.
Die Berechnung des Ergebnisses je Aktie gemäß IFRS stellen wir im Anhang dar. Das angepasste bereinigte Konzernergebnis, das bereinigte Ergebnis je Aktie („Core EPS“) sowie das „Core EBIT“ stellen Kennzahlen dar, die nach den internationalen Rechnungslegungsvorschriften nicht definiert sind. Daher sollten sie nicht isoliert, sondern vielmehr nur als ergänzende Information angesehen werden.

Ermittlung des „Core EBIT“ und „Core EPS“

2007

2008

 

in Mio €

in Mio €

EBIT gemäß Gewinn- und Verlustrechnung

3.154

3.544

Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte

1.463

1.550

Außerplanmäßige Abschreibungen auf Sachanlagen

118

88

Sondereinflüsse (ohne Abschreibungen)

911

665

„Core EBIT“ 

5.646

5.847

Finanzergebnis (gemäß Gewinn- und Verlustrechnung)

-920

-1.188

Ertragsteuern (gemäß Gewinn- und Verlustrechnung)

72

-636

Außerordentliches Steuerergebnis*

-870

-

Steueranpassung

-887

-691

Ergebnis nach Steuern auf andere Gesellschafter entfallend
(gemäß Gewinn- und Verlustrechnung)


-5


-5

Bereinigtes Konzernergebnis aus fortzuführendem Geschäft

3.036

3.327

Finanzierungsaufwendungen im Zusammenhang mit der Pflichtwandelanleihe bereinigt um den Steuereffekt


98


112

Angepasstes bereinigtes Konzernergebnis 

3.134

3.439



in Stück


in Stück

Gewichtete durchschnittliche Anzahl der ausgegebenen Stammaktien

764.341.920

764.342.029

Effekt aus der potenziellen Wandlung der Pflichtwandelanleihe

59.565.383

59.893.122

Angepasste gewichtete durchschnittliche Anzahl der ausstehenden Stammaktien


823.907.303


824.235.151

Bereinigtes Ergebnis je Aktie aus fortzuführendem Geschäft „Core EPS“ (in €)

3,80

4,17

* Das außerordentliche Steuerergebnis beinhaltet den Effekt aus der Unternehmenssteuerreform 2007

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